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Samstag, 22. November 2014
 
 
Bewerbungsverfahren: Medizinstudium in Deutschland Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 9. Januar 2011

Der Weg zum Medizinstudium: Infos zur Zulassung

(Quelle: DS Madrid)
Nach wie vor erfreut sich das Studium der Humanmedizin großer Beliebtheit. Wenn auch Du Interesse am Medizinstudium hast, dann führt kein Weg an der gefürchteten Zulassungsstelle vorbei. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche Wege, um an einen Studienplatz zu kommen. Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen zur Zulassung zum Medizinstudium kurz angesprochen. Dies ist eine gekürzte Version eines Artikels von Sandra Hoffmann . Ihr findet unter www.thieme.de noch weitere Informationen und gute viele links.  

Übersicht

  • Um welche Studienfächer es sich dreht
  • Verteilungsquoten
  • Numerus Clausus (NC)
  • Wartezeitquote
  • Entscheidung über den Studienort
  • Die Auswahl durch die Hochschulen
  • Vorauswahl
  • Auswahlkriterien der Hochschulen
  • Das Ergebnis der Studienplatzvergabe
  • Termine für den Bescheidversand
  • Ablehnungsbescheid
  • Losverfahren und Studienplatzbörse
  • Ausländische Studienbewerber
Die ZVS, die für die Bewerbung um bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge - so auch für das Medizinstudium - zuständig war, wurde am 1. Mai 2010 in eine Stiftung umgewandelt: Stiftung für Hochschulzulassung (Stiftung des öffentlichen Rechts). Das Internetportal, das Magazin und die Bewerbung läuft unter dem Namen hochschulSTART.de. Die aus der ZVS entstandene neue Online-Plattform hochschulSTART.de soll die Studienplatzvergabe erleichtern und transparenter machen.




Um welche Studienfächer es sich dreht

 h

hochschulSTART.de ist sowohl für die Verteilung von bundesweit durch einen Numerus Clausus (NC) beschränkten Studienfächern, sowie für die Verteilung einiger Studiengänge im sog. Service-Verfahren zuständig.

Weiterhin werden im Wintersemester 2010/11 folgende bundesweit beschränkte Studiengänge über hochschulSTART.de vergeben:

 



Medizin

 

 



Zahnmedizin

 

 



Tiermedizin

 

 



Pharmazie




Verteilungsquoten

 
Von diesen Studienfächern werden 40% der Plätze direkt von hochschulSTART.de vergeben - wovon die Hälfte nach Abiturnote (NC), die andere nach Wartezeit verteilt werden.

Die restlichen 60% der Studienplätze werden von den Hochschulen in einem Auswahlverfahren (AdH) vergeben.




Numerus Clausus (NC)

 
Numerus Clausus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "geschlossene Zahl". Gibt es für ein Studienfach mehr Bewerber als Plätze, wird die Zulassung beschränkt. Ob die Abiturnote ausreicht, um einen Platz zu bekommen, hängt von den anderen Bewerbern ab und kann von Semester zu Semester variieren.

Die in dieser Quote verfügbaren Studienplätze werden in 16 Landesquoten aufgeteilt, wodurch nur Studienbewerber eines Bundeslandes miteinander konkurrieren, um unterschiedliche Maßstäbe bei der Benotung der schulischen Leistungen auszugleichen.

   




Wartezeitquote

 

Als Wartezeit gilt die Zeit nach Erreichen der Hochschulreife (in Halbjahren), wobei innerhalb einer Gruppe mit gleicher Wartezeit nach dem Notendurchschnitt sortiert wird. Hier bestehen nebenbei keine Landesquoten.

"Parkstudiensemester" werden von den Wartesemestern abgezogen. Als Parkstudium gilt das Studium an einer deutschen Hochschule - auch wenn man keine Lehrveranstaltungen besucht oder trotz Einschreibung ein Urlaubssemester beantragt.




Entscheidung über den Studienort

 
Bei der Verteilung der über Wartezeit ausgewählten Bewerber sind hauptsächlich die von diesen genannten Ortspräferenzen maßgeblich. Wenn die Bewerberzahl die Kapazitäten der Wunschuniversität übersteigt wird nach folgenden sozialen Kriterien entschieden:

 



1. Schwerbehinderte Personen

 

 



2. Personen mit Ehegatte/in oder Kind/ern (und mit diesen eine Wohnung teilen)

 

 



3. Personen mit zwingenden Bindungen an erstgenannten Studienort

 

 



4. Personen, die bei ihren (Pflege)Eltern wohnen - und an der nächstgelegenen Hochschule studieren möchten

 

 



5. Personen, auf die oben genannte Kriterien nicht zutreffen - und deshalb erst als letzte berücksichtigt werden können




Die Auswahl durch die Hochschulen

 

60% der Plätze werden im Auswahlverfahren über die Hochschulen vergeben (AdH).

Zeitlich wird das AdH nach der Auswahl der Abiturbesten- und der Wartezeitquote durchgeführt.

Wer am Auswahlverfahren teilnehmen möchte, muss sich bei hochschulSTART.de bewerben, wobei in wenigen Ausnahmen einige Hochschulen zusätzlich die Zusendung von Unterlagen verlangen. Dadurch werden von den Hochschulen Ausschlussfristen gesetzt - denn wer die Frist versäumt, wird automatisch vom Zulassungsantrag ausgeschlossen.

Wer darf am AdH teilnehmen?

Wer am AdH teilnehmen möchte muss mindestens eine Hochschule - maximal sechs - nennen.




Vorauswahl

 

Einige Hochschulen begrenzen die Zahl der Teilnehmer und wählen ihre Bewerber nach verschiedenen Vorkriterien aus, wie zum Beispiel:

 



Abiturdurchschnittsnote

 

 



Ortspräferenz

 

 



Kombination beider Kriterien

Soweit keine Vorgaben für eine Vorauswahl von der Hochschule angegeben wurden, werden alle Bewerber, die die Hochschule auf einem der sechs Plätze genannt haben, am AdH beteiligt.

    




Auswahlkriterien der Hochschulen

 

Auf die Vorauswahl folgt das eigentliche Auswahlverfahren. Hier kann die Durchschnittsnote durch folgende Kriterien ergänzt werden:

 



Einzelnoten

 

 



Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests (TMS*, s.u.)

 

 



Berufsausbildung oder Berufstätigkeit

 

 



Ergebnis eines Auswahlgesprächs

 

 



sonstige durch das jeweilige Landesrecht zugelassene Kriterien

 

 



Kombination dieser Kriterien


 

*TMS

 

Eine Möglichkeit, um seine Chancen im AdH zu verbessern, bietet bislang das Bundesland Baden-Württemberg: Durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Studierfähigkeitstest, dem sogenannten Test für medizinische Studiengänge - kurz TMS - können die eigene Chancen verbessert werden. Das Ergebnis fließt in das Auswahlverfahren der Unis in BW mit ein.

Auch die Universitäten Bochum, Leipzig, Lübeck und Mainz berücksichtigen den TMS bei der Studienplatzvergabe.

Die Teilnahme am Test ist kostenpflichtig (50 Euro). Der Test wird jährlich an verschiedenen Testorten deutschlandweit abgenommen. Der nächste TMS findet am 7. Mai 2011 statt.

    


Wer an seiner erstgenannten Hochschule keine Zulassung erhalten hat, rutscht in die Auswahl seiner zweitgenannten (mit ihren eventuell eigenen Kriterien), usw.
Eine Entscheidungsmöglichkeit bei mehreren Zulassungen im Auswahlverfahren der Hochschulen besteht nicht. Wenn für einen Bewerber mehrere Zulassungsmöglichkeiten bestehen, gilt die Zulassung immer nur für die Uni mit der höchsten Ortspräferenz. Z.B. bei einer Zulassung für den 2. und den 4. Ort erfolgt der Bescheid nur für den 2. Ort.

    




Das Ergebnis der Studienplatzvergabe

 

Das Ergebnis der Bewerbung wird aus rechtlichen Gründen immer noch per Post den häuslichen Briefkasten erreichen, jedoch kann man - wenn man es nicht erwarten kann - in seinem persönlichen Bereich unter www.hochschulstart.de online schon am Versandtag seine Resultate einsehen. So erspart man sich zwei lästige Tage des Wartens.




Termine für den Bescheidversand

 

Für das Wintersemester 2010/11 sind die Zulassungen in der Abitur-, Wartezeit- und in den Vorabquoten bereits am 11. August versandt worden, die entsprechenden Ablehnungsbescheide am 13. August.

 

In diesen ersten beiden Quoten gibt es kein Nachrückverfahren. Nicht angenommene Plätze werden im AdH vergeben.

 

Im AdH gibt es wie oben erwähnt verschiedene Kriterien. Einige lassen sich sofort zwischen den Bewerbern abgleichen (sogenannte numerische Kriterien),wie beispielsweise die Einzelnoten oder eine Bonierung einer Berufsausbildung. Andere, wie die Durchführung von Auswahlgesprächen, erfordern mehr Zeit.

Um nicht auf die letzte Hochschule (und deren Rangliste) warten zu müssen, werden die Studienplätze nun in zwei Stufen vergeben:

Erste Stufe:

Bis zum 2. September liegen bereits neben den numerischen Ranglisten die Listen einiger Hochschulen vor.

 

Wichtig: Zur 1. Stufe werden nur Zulassungsbescheide und keine Ablehnungsbescheide verschickt.

 

Zweite Stufe:

Die restlichen Bewerber müssen bis zum 23. September die Nerven bewahren.

Nachrückverfahren

Werden Studienplätze nicht angenommen, werden im Namen der Hochschulen von hochschulSTART zwei aufeinanderfolgende Nachrückverfahren durchgeführt:

Freie Plätze werden dann bis zum 6. Oktober an die nächsten Bewerber auf der Rangliste vergeben.

Sollten dann noch Studienplätze nicht angenommen worden sein, werden diese bis zum 18. Oktober vergeben.

 

Die Hochschulen verzichten jedoch ausdrücklich auf Erklärungen oder die Nennung von Gründen, sollte der Studienplatz nicht angenommen werden.

 




Ablehnungsbescheid

 

Bei Nichterhalt eines Studienplatzes werden den Bewerbern Bescheide zugeschickt, auf denen auch ihr jeweiliger Rangplatz und der Grenzrang (also der letzte zugelassene Bewerber) ersichtlich sind.

Die Auswahlgrenzen entscheiden sich für jedes Semester neu anhand der Qualifikation der konkurrierenden Bewerber, und sind sowohl von der Anzahl der Bewerber sowie von Studienplätzen abhängig.

An jedem Verfahren nehmen alte und neue Bewerber teil, so dass sich der eigene Rangplatz je nach Bewerberlage verbessern oder verschlechtern kann.




Losverfahren und Studienplatzbörse

 

Sollten auch nach dem zweiten Nachrückverfahren noch Plätze frei sein, vergeben die Hochschulen diese im Losverfahren. Für diese Restplätze ist unter der Internetadresse www.freie-studienplaetze.de eine Börse eingerichtet worden, auf der die Hochschulen noch verfügbare Studienplätze einstellen können.

Hier muss man direkt mit den Hochschulen in Kontakt treten, indem man eine formlose, schriftliche Mitteilung formuliert oder - je nach Hochschule - ein eventuell vorhandenes Online-Formular ausfüllt.
 
  




Ausländische Studienbewerber

 

Die ausländischen Studienbewerber, die den deutschen Bewerbern gleichgestellt sind - z.B. EU-Bürger, Bewerber Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (z. B. aus Island, Liechtenstein oder Norwegen) und Bewerber mit deutscher Hochschulzugangsberechtigung - nehmen am regulären Auswahlverfahren teil. Wenn sie ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb Deutschlands erworben haben, sollten beim Kultusministerium ihres Bundeslandes eine bundesweit gültige Anerkennungbescheinung beantragen.

Studienbewerber mit einem Wohnsitz im Ausland, die in Nordrhein-Westfalen studieren möchten, müssen sich an die Anerkennungsstelle NRW richten.

Wenn diese Bescheinigung in Form einer amtlich beglaubigten Kopie eingereicht wird, kann diese wie auch eine dort vermerkte deutsche Durchschnittsnote von hochschulSTART berücksichtigt werden.

Ansonsten erfolgt die Feststellung der Hochschulzugangsberechtigung und die Berechnung der Durchschnittsnote durch hochschulSTART. Jedoch muss hierfür das ausländische Zeugnis in amtlicher deutscher Kopie und Übersetzung vorliegen.

 

 


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 9. Januar 2011 )
 
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